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Für den Inhalt dieser Seite verantwortlich: Hr. Alfred Knoll
 
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Melk (ME)
Fläche: 58.86 km²
Seehöhe: 462 m.ü.A.
Einwohner: 2594 (Volkszählung 2001)
Gemeindekennzahl: 31534
Verwaltung: 3650 Pöggstall
Untere Hauptstraße 8
Telefon: +43 (0)2758 2383
WWW: http://www.poeggstall.at
E-Mail: gemeinde@poeggstall.at
Fotogalerie:
Anfahrtsplan:

Geografie
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Geografie
Die Marktgemeinde Pöggstall, im südlichen Teil des Waldviertels gelegen, wird wegen seines milden Klimas schon seit Generationen als das „Meran des Waldviertels“ bezeichnet. In 462 m Seehöhe liegt es im breiten Wiesental des Weitenbaches. Pöggstall gilt als „Geheimtip“ für alle, die dem Streß und Lärm der Stadt entfliehen wollen. Den Gästen werden neben zahlreichen Sehenswürdigkeiten auch Spiel, Sport und Erholung in herrlicher, waldreicher Landschaft geboten.

Geschichte
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Aus der Geschichte Pöggstalls
um 1135 übergibt Adelheid v. Hohenburg-Wildberg dem Stift Kremsmünster einen Wald am Weitenbach zu Erbauung einer Kirche und fügt dieser Stiftung den Ort "Pehstal" hinzu.
PEHSTAL = "Stelle, an der Pech (Harz) gesammelt wird"

KREMSMÜNSTER errichtet – etwa gleichzeitig mit Martinsberg – hier eine Kirche (urkundl. 1179, 1247 genannt), zum beabsichtigten Klosterbau kommt es nicht.

MAISAUER (Mitte 13. Jhdt., urk. 1299 bis 1433)
1291 "Pechstalium" wird im Aufstand des Adels gegen Hz. Albrecht zerstört.
2. Hälfte d. 13. Jhdt. Erbauung einer frühgotischen Burg.

um 1300 Pöggstall wird selbständige Herrschaftspfarre

14 Jhdt.: Neubau der Pfarrkirche St. Anna im Felde (got. Chor mit Schlussstein); in der Folge Ausschmückung mit Fresken ("Zug der Heiligen Drei Könige, Leidensgeschichte; um 1400)

1396 Konrad von Maissau (Grabstein)

1433 Otto IV (= 1440), der letzte Maissauer, überträgt seinen Pöggstaller Besitz an Georg und Christoph von Liechtenstein.

LIECHTENSTEIN (1433 – 1450)
1449 Ein Teil des Pöggstaller Landgerichtes wird von hier ausgeschieden und an die Herren von Ebersdorf auf Mollenburg übertragen.

HÖLCZLER (1450 – 1478)
1450 Predellenstein des Chunrat Holczler an der Rückseite des Hochaltars (St. Anna im Felde)
1451 Pöggstall erhält einen Jahrmarkt (St. Gilgentag = 1. September) und eine Wochenmarkt
1457 Belagerung des Schlosses durch König Ladislaus
1459 Kaiser Friedrich III besucht auf der Rückreise von Brünn Pöggstall.

ROGENDORFER (1478 – 1601)
1478 Caspar von Rogendorf erwirbt das Schloß Pöggstall.
Mit ihm beginnt hier eine rege Bautätigkeit. Neben dem großzügigen Um-bzw. Ausbau der Burg lässt er vor allem kirchliche Bauten errichten. Zahlreiche Kunstwerke (Altäre, Statuen, Wandmalereien, "Ratsherrenstühle") verdanken wir seiner Frömmigkeit und seinem Kunstsinn.
um 1480 Bau der "St. Gilgen-Kirche" (= hl. Ägidius als Schloß- und Begräbniskirche (seit 1810 Pfarrkirche und der Hl. Anna geweiht)
E. 15.Jhdt. Erweiterung der Pfarrkirche St. Anna im Felde (Seitenkapelle, dreischiffige Halle)
1494 Stiftung von zwei Benefizien (Stiftbrief im Diözesanmuseum St. Pölten)
1506 = Caspar von Rogendorf (Grabstein)
1521 Pöggstall und Mollenburg werden unter Wilhelm, Wolfgang und Georg von Rogendorf zu Reichsherrschaften erhoben; Verleihung von Blutbahn, des Recht auf Schätze und Bergwerke sowie zur Errichtung einer Münzstätte; Schloß Pöggstall erhält den Nahmen "Rogendorf"
1529 Wilhelm I, der berühmteste Rogendorfer, ein bedeutender Feldherr und Diplomat verteidigt – unter dem Oberbefehl seines Schwagers Niklas von Salm – Wien erfolgreich gegen die Türken.
1541 Wilhelm ist Oberbefehlshaber in Ungarn (Belagerung von Ofen = Budapest) und stirbt an den Folgen einer schweren Verwundung.
1. Hälfte d. 16. Jhdt.: Fortsetzung und Abschluß der Umbauarbeiten am Schloß; Bau des Rondells, vermutlich nach den Plänen von Albrecht Dürer.
1546 Christoph von Rogendorf flieht mit einer Summe Geld in die Türkei und tritt in den Dienst des Sultans
1547 Die Herrschaft Rogendorf (=Pöggstall) wird auf 16 066 Pfung 4 Schilling und 23 Pfennig geschätzt. Pöggstall wird aus besonderen Gnaden den Brüdern Hans Wilhelm und Georg Ehrenreich von Rogendorf als Lehen gegeben. Bergwerke, Schätze, Rot- und Schwarzwild, die Vogteien zu Martinsberg und über die Schlosskirche, zwei Benefizien und die Ämter Bernhardhofen und Zeining bleiben dem Landesfürsten vorbehalten.
1558 wird in Pöggstall ein Bad genannt (Badgasse)
1559 Der katholische Priester Wolfgang Näther tritt – wohl auf Drängen des Schlossherrn Georg Ehrenreich – zur Lehre Luthers über; Pöggstall wird für die nächsten 70 Jahre zu einem Hauptort des Protestantismus im südlichen Waldviertel.
die Rogendorfer treten eifrig für die Lehre Luthers ein, setzen dort wo sie Einfluß haben protestantische Priester ein (Pöbring, Martinsberg) und bieten den Lutheranern Schutz gegen die Obrigkeit.
1580 Mauritius Käshofer, Georg Ehrenreichs Prediger in Pöggstall beklagt sich über das ruchlose Leben in seiner Gemeinde. Er erhält den Rat, Geduld zu haben oder sich um einen anderen Ort und Dienst zu bemühen.
um 1584 Zur Herrschaft "Rogendorf" gehören 476 Grundholden.
1590 Georg Ehrenreich von Rogendorf (Grabstein)
Caspar II von Rogendorf sucht um Errichtung einer Eisenniederlassung in Pöggstall an (Dies führt einige Jahrzehnte später zur Errichtung des "Messergerichtes" westlich des Schlehbaches um 1629)
1596/97 Bauernaufstand
Aufrührische Bauern schlagen das Schlosstor ein und bemächtigen sich verschiedener Waffen.
1601 Wilhelm III von Rogendorf verkauf die Herrschaften Pöggstall und Martinsberg dem Grafen Ulrich von Öttingen.

1650 erhält der Markt Pöggstall ein Marktwappen mit dem lorbeerumwundenen Degen in der linken Hand.

1607 – 1772 Die Herren von Sinzendorf kaufen Schloß und Herrschaft Pöggstall
Ausgestaltung des Kaisersaales im Schloß 1687 wird von einer Brandkatastrophe östlich des Schlosses berichtet.

1772 Oberst Josef Edler von Fürnberg wird als Besitzer von Schloß und Herrschaft Pöggstall in der NÖ-Landtafel eingetragen.
Edler von Fürnberg hatte ein großes Besitztum von Bärnkopf bis an die Quellen von Melk, einschließlich Schloß Weinzierl bei Wieselburg und Gutenbrunn (Ablasser-Reduten im Kaisersaal des Schlosses Pöggstall zeigen seine Besitzungen), Bau der Poststraße von Weitenegg über Leiben nach Pöggstall und weiter nach Gutenbrunn, Holzhandel mit Wien über die Weitentalschwemme.
1795 Freiherr von Braun erwirbt Schloß und Herrschaft um es noch im selben Jahr an den Habsburger Kaiser Franz II (ab 1804 Kaiser Franz I von Österreich) weiterzugeben, Verwaltung durch den K.u.K. Familienfonds der Habsburger.

1834 Errichtung des Postamtes, ab 1854 mit Fahrpost, 1882 an das Telegrafennetz angeschlossen.

1850 Gründung des Bezirksgerichtes Pöggstall (Einführung d. Bezirksgerichte über kaiserliche Verordnung vom 26.6.1849 – 73 in NÖ)

1899 Gründung der Bezirkshauptmannschaft Pöggstall (vorher bei der BH Krems) mit dem Zuständigkeitsbereich Pöggstall, Persenbeug und Ottenschlag

1919 Die Republik Österreich wird Besitzer, ab 1921- Verwaltung durch den von Schloß und Herrschaft Kriegsgeschädigtenfond, ab 1945 – Verwaltung durch die Ö. Bundesforste
1939 Auflösung der BH Pöggstall. Der Gerichtsbezirk Ottenschlag sollte wieder zur BH Zwettl kommen – als Ausgleich für die Errichtung des Truppenübungsplatzes im Bezirk Zwettl; seither ist Pöggstall im Bezirk Melk.

1986 Die Marktgemeinde Pöggstall erwirbt das Schloß.
Seither wurden umfangreiche Restaurierungsarbeiten mit einem Gesamtkostenaufwand von ca. 10 Mio mit Unterstützung des Bundesdenkmalamtes sowie des Landes NÖ in Angriff genommen.

1988 Eröffnung des Museums für Rechtsgeschichte (Außenstelle des Landes NÖ)

Politik
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Politik und Verwaltung
Bürgermeister Johann Gillinger, ÖVP
Sprechtag: Montag 09.00 – 11.00 Uhr, Freitag 15.00 – 17.00 Uhr
Vizebürgermeister Franz Neuninger, ÖVP


Parteienverkehr: Montag – Freitag 08.00 – 12.00 Uhr und Freitag von 15.00 – 17.00 Uhr
Amtsleiter: Johann Hobel,
Standesamt- und Staatsbürgerschaftsverband: Rosa Siebenhandl,
Bau und Friedhofsangelegenheiten: Ing. Alfred Knoll,
Allgemeinder Parteienverkehr: Margarete Eggenberger, Gehert Andrea

Kunst & Kultur
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Kultureles Angebot in Pöggstall
Museum für Rechtsgeschichte: Das „Aug um Aug, Zahn um Zahn“ der alten Justiz, die keine milde war, ist im herrlich restaurierten Rondell, der Vorburg des Schlosses Rogendorf, dokumentiert. Nicht nur die Blutrünstigkeit und Grausamkeit dunkler Jahrhunderte soll anschaulich ausgebreitet werden, es kommt unter anderem auch die Geisteshaltung der Gerechtigkeit des Mittelalters und der frühen Neuzeit zum Ausdruck. Die Methoden der Folterung, die Bein- und Daumenschrauben, Brenneisen und Zangen dienen im Museum für Rechtsgeschichte aber vor allem dafür, den Kampf um die Abschaffung der Folter darzustellen.
Pöggstall bietet im Verein mit der originalen Folterkammer und den sagenhaften Hexentanzplätzen der Umgebung den richtigen Rahmen für diese umfangreiche und detailgenaue rechtshistorische Sammlung.

Im Marterturm des Schlosses findet man die einzige im Original erhaltene Folterkammer Österreichs als Zeugnis vergangener Gerichtsbarkeit. Im Jahre 1593 wurde sie neu eingerichtet und es waren somit alle Marterwerkzeuge vorhanden, die zur „peinlichen Befragung“ notwendig waren.

Ebenfalls im Schloss: Heimatmuseum, Dokumentation zu Ehren des Pöggstaller Malers und Grafikers Prof. Franz Traunfellner, Dauerausstellung „Imkerei einst und jetzt“, sowie eine Märchenwelt der Märchenschloßstraße im Waldviertel.

Kirche St. Anna im Felde: Im 14. Jhdt. von den Maissauern erbaut, besteht aus einem dreischiffigen Langhaus, dessen flache Holzdecke von achteckigen Pfeilern getragen wird. In den Jahren 1924-1932 bzw. 1953-1979 wurde die Kirche St.Anna im Felde vor dem totalen Verfall gerettet, wieder restauriert und steht somit der Pfarrbevölkerung von Pöggstall bei verschiedenen kirchlichen Feiern als würdige Kirche zur Verfügung.

Pfarrkirche Pöggstall: Um 1480 unter Kaspar von Rogendorf erbaut. Gotischer Hallenbau mit Netzrippengewölbe und rechteckigem Innenraum ohne Chor, der durch zwei Bündelpfeiler in der Mitte geteilt wird. 1810 wurde die Schlosskirche zur Pfarrkirche erhoben.

Wallfahrtskirche Neukirchen: Im Jahre 1117 von Bischof Heinrich von Freisingen, einem Peilsteiner aus dem Bayr.Geschlecht, erbaut. Der Urbau der Kirche ist romanisch.

Sport & Freizeit
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Sport- und Friezeiteinrichtungen in Pöggstall
In der Freizeit stehen Ihnen das vorgeheizte Freibad (3o m lange Wasserrutsche, Wasserpilz, höhenversetzt angeordnete Kinderplanschbecken), ein Beach-Volleyballplatz, Campingplatz (im Gelände des Freibades), 4 Tennisplätze (4 Sandplätze), Asphaltstockbahn, Kinderspielplatz, Fischereimöglichkeit, Reitmöglichkeit, sowie zahlreiche Rad-, Mountainbike- und Wanderwege zur Verfügung.

Schule & Bildung
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Schule, Bildung und andere öffentliche Einrichtungen
2 Kindergärten (5 Gruppen), Volksschule, Hauptschule, Musikschule , Außenstelle der Bezirkshauptmannschaft Melk, Gerichtstag (jeden Montag), Öffentl. Notar, Sozialstation des NÖ Hilfswerkes, Seniorenwohnhausanlage, Ö. Rotes Kreuz - Ortsstelle Pöggstall, 2 praktische Ärzte, Zahnarzt, Facharzt f. Gynäkologie, Sportarzt, Apotheke, 3 Freiwillige Feuerwehren (Pöggstall, Neukirchen u. Würnsdorf), 2 Raiffeisen-Kassen, Sparkasse, Volksbank und Postamt





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